Freundeskreis St. Petrus - Mushubi / Bishyiga (Ruanda)

Hilfe zur Selbsthilfe

Dezember 2023

Spendenaufruf für zwei Projekte in der Partnergemeinde Mushubi

Die Partnergemeinde in Mushubi möchte die bisher erfolgreich umgesetzten Projekte der Renovierung von 6 Kapellen im Pfarrgebiet und zur Aufzucht von Schweinen durch bedürftige Familien fortführen und bittet um Unterstützung. Im Einzelnen betrifft das folgendes:

 Renovierung von 6 weiteren Kapellen:
Die Partnergemeinde möchte nunmehr die noch verbleibenden stark renovierungsbedürftigen 6 Kapellen (drei im Gebiet der Hauptkirche Mushubi, zwei in der Untergemeinde Buteteri und eine in der Untergemeinde Musaraba) in einen Zustand bringen, dass sie für die Christen vor Ort für diverse Aktivitäten wieder genutzt werden können.

Der dem Freundeskreis von der Partnergemeinde vorgelegte Kostenvoranschlag vom 14.12.2023 legt ganz überwiegend die gleichen Materialmengen und Preise wie beim ersten von uns unterstützen Projekt zugrunde. Die für das neue Projekt veranschlagten Gesamtkosten betragen 8,324 Mio. RWF. Die Partnergemeinde bittet auch diesmal die Umsetzung des Projekts mit 50 % der anfallenden Kosten in Höhe von 4,162 MRF zu unterstützen, was derzeit etwa 3.080 Euro entspricht.

Wir haben vor Ort selbst erfahren (s. unten stehenden Bericht), welch großen Wert diese Kapellen für die Christen vor Ort haben. Deshalb bittet der Freundeskreis herzlich um Ihre Spende für das neue Kapellenprojekt auf das Konto von St. Petrus
Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE94370501980053000105
BIC: COLSDE33

Verwendungszweck: Mushubi Kapellen

 

Weiterführung des Schweineaufzuchtprojekts für bedürftige Familien

Die Partnergemeinde möchte außerdem das Schweineaufzuchtprojekt gerne weiterführen. Geplant ist, dass an 150 weitere bedürftige Familien je ein Mastschwein zur Aufzucht von Ferkeln zur Verfügung gestellt wird. Das Mastschwein verbleibt dabei im Eigentum der Pfarrgemeinde. In der Regel wird ein Mastschwein zweimal im Jahr gedeckt. Von dem jeweiligen Wurf muss die Familie dann 2 Ferkel an die Gemeinde zurückgeben, ein Ferkel muss bei der Muttersau verbleiben und die restlichen Ferkel gehen in das Eigentum der Familie und damit zu deren eigenen Verwendung über. 

Zur Betreuung der stetig wachsenden Zahl an Schweine aufziehende Familien soll für jede der 6 Untergemeinden in Mushubi eine Person in der Schweinezucht geschult werden. Diese Person soll dann ein Ferkel für sich selbst als Entlohnung erhalten.

Der vorgelegte Kostenvoranschlag für dieses Projekt beläuft sich auf 10,535 Mio. RWF. Die Partnergemeinde will für die Fortführung des Projekts 50 % der Kosten selbst tragen und bittet um Spenden für die verbleibenden 50 % der Kosten. Das entspricht umgerechnet etwa 3.900 Euro.

Auch hier haben wir bei unserem Besuch in Mushubi gesehen, dass das Projekt vielen bedürftigen Familien hilft, ihr Leben besser bestreiten zu können. Noch gibt es aber eine große Anzahl von bedürftigen Familien, denen diese Hilfe und Ihre Spende ein besseres Leben ermöglichen kann.

Der Freundeskreis bittet deshalb auch für dieses Projekt um eine Spende auf das Konto von St. Petrus Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE94370501980053000105 
BIC: COLSDE33

Verwendungszweck: Mushubi Schweineaufzucht


Bericht zur Ruanda-Reise vom 13. - 25.09.2023

Wir, Karin und Markus Wagemann, Mitglieder des Freundeskreises St. Petrus Bonn -
Mushubi/Bishyiga, besuchten im September 2023 unsere Partnergemeinden in Ruanda.
Ziel unserer Reise war es, nach unserem letzten Besuch vor Ort vor nunmehr 9 Jahren

  • den Stand der zwischenzeitlich geförderten Projekte vor Ort in Augenschein zu
    nehmen,
  • die neuen Pfarrer, Pfr. Pancrasio in Mushubi und Pfr. Gervase in Bishyiga,
    kennenzulernen und
  • den persönlichen Austausch mit ihnen und den Gemeinden sowie die
    Zusammenarbeit bei künftig zu fördernde Projekten weiter zu vertiefen.

Hier ein zusammenfassender Bericht von intensiven, durchaus anstrengenden und doch überaus erfüllenden Tagen und Begegnungen in unseren Partnergemeinden.

In beiden Gemeinden wurden wir  empfangen mit großer Freude, Herzlichkeit und Dankbarkeit für die
vielen Projekte, die das Leben in dieser z.T. noch immer durch sichtbare Armut geprägten Region Ruandas unterstützen. Durch die persönliche Inaugenscheinnahme der in den letzten Jahren in den Partnergemeinden geförderten Projekten haben wir feststellen können, dass die Fördermittel von St. Petrus in jedem Fall sinn- und verantwortungsvoll eingesetzt wurden, um das Leben der Menschen in den Partnergemeinden zu erleichtern.

Mushubi: 

  • Der staatlicherseits aus hygienischen Gründen geforderte Toilettenneubau für die utzung der Kirche von Tabire mit jeweils 6 Toilettenkabinen für Frauen und Männer ist abgeschlossen. Der Toilettenneubau erlaubt die Weiternutzung der Kirche, so dass die Christen dieser Region nicht mehr mehrere Wegstunden auf schlechten Wegen zu Fuß in Kauf nehmen müssen, um zur Messe in der Hauptkirche in Mushubi zu kommen.

    Das Projekt in Höhe von insgesamt 9 Mio. RWF wurde von St. Petrus zu 50% (4.500 €)
    gefördert.

  • Von insgesamt 12 Kapellen, die weit von der Hauptkirche in Mushubi entfernt sind, wurde die Instandsetzung von bisher 6 Kapellen bereits weitgehend realisiert. Soweit in drei von diesen die Fußböden noch nicht ganz fertiggestellt sind, sollen diese Arbeiten bis Ende Oktober abgeschlossen sein.
    Bei unserer Besichtigung von 4 der 6 Kapellen (die wir weit abgelegen von der Hauptkirche auf kaum vorstellbaren schlechten Fuß- und Fahrwegen erreicht haben) wurden wir immer sehr herzlich und mit großer Dankbarkeit empfangen. Die Notwendigkeit dieser Instandsetzungsmaßnahmen haben wir so hautnah erfahren können. Für die Christen vor Ort ist nun der Besuch von Messen und Wortgottesdiensten mit Kommunionausteilung, Vorbereitung von Erstkommunion, Firmung u.ä. wieder möglich bzw. wird in Kürze wieder möglich sein.

    Das Projektvolumen dafür betrug 9,7 Mio. RWF. St. Petrus hat dafür 3,3 Mio. RWF
    (3.000 €) bereitstellen können.

  • Wir besuchten auch bedürftige Familien, denen im Rahmen des geförderten
    S
    chweineaufzuchtprojekts, beginnend mit 100 Schweinen (80 Mast- und 20 Zuchtschweinen), jeweils ein Schwein überlassen wurde. Wir haben mit Freude sehen können, wie erfolgreich das Projekt läuft. Zwischenzeitlich konnten 35 Ferkel aus der Aufzucht an weitere arme Familien verteilt werden. Die Familien erhalten Unterstützung durch die Pfarrei Mushubi beim Stallbau, bei der Beratungen zur Aufzucht sowie – wenn erforderlich – eine medikamentöse Begleitung der Tiere durch einen Fachberater. Die Schweine verbleiben im Eigentum der Pfarrgemeinde. Nach dem Wurf von Ferkeln (in der Regel 2x im Jahr) gehen 1oder 2 Ferkel in das Eigentum der armen Familie über, die darüber hinaus geworfenen Ferkel werden wiederum an weitere bedürftige Familien der Pfarrei verteilt. Gezeigt hat sich in der Anfangszeit, dass extrem arme Familien für das Projekt der dauerhaften Aufzucht nicht in Frage kommen können, da diese die überlassenen Schweine entweder direkt weiter verkaufen oder selbst als Nahrungsquelle verwenden.

    Von den ca. 7 Mio. RWF Projektvolumen wurden 5 Mio. RWF (4.500 €) durch St.
    Petrus erbracht

  • Das Mikrokreditprojekt der Mamans Catholiques de Mushubi erfasst 6 Regionale Untergruppen mit auf dem Pfarrgebiet lebenden 101 Frauen, die bisher relativ autark agierten.
    Bedingt durch Ernteausfälle durch Unwetter, Covid 19, Krankheit u.a. kam es bei einer Reihe von Frauen, insbesondere bei der Gruppe von Frauen mit jeweils einer größeren Kreditsumme, und einem seit vielen Jahren vereinbarten Zinssatzes von monatlichen 2% zu erheblichen Rückzahlungsproblemen, die über einen längeren Zeitraum zu hohen Rückständen in der Kredittilgung geführt haben. Nach Bekanntwerden des Problems wurde bereits vor unserem Besuch in Mushubi unter Federführung von Pfr. Pancrasio mit den zahlungsrückständigen betroffenen Frauen eine schriftliche Verpflichtungserklärungen getroffen, die uns vorliegt. Diese erfasst jeweils die vollständige Rückzahlung des Kredits einschließlich Zins und Zinseszins bis Ende Februar 2024.

    Die Thematik der Kreditvergabe und der Rückzahlungsmodalitäten wurde von uns in einem intensiven Gespräch mit den Verantwortlichen der Mamans Catholique und der jeweiligen Untergruppen sowie dem Geschäftsführer der Pfarrei ausführlich diskutiert. Es wurde vereinbart, dass ein Neustart des Projekts ab März 2024 nur unter Einbindung des Comité de Jumelage und eines Vertreters für das Projekt im PGR der Pfarrei Mushubi erfolgen kann. Auch ist das Comité für die Mikrokredite vollständig neu zu besetzen und neue Kreditregeln sind aufzustellen (Laufzeit von 12 Monaten, Berechnen von gleichbleibende monatliche Tilgungsraten und Aufstellung eines Tilgungsplans für jede Kreditnehmerin, Prüfung des jeweiligen Geschäftszwecks für den Kredit, Festlegung einer Maximalhöhe in der Kreditvergabe). Hinsichtlich der Zinshöhe von bisher 2% monatlich sagten wir zu, eine Reduktion im Freundeskreis Petrus/Mushubi/Bishyiga in Bonn baldmöglichst zu diskutieren. Eine Reduzierung des Zinssatzes von monatlich 2% auf 1% wurde dann Ende Sept. 2023 im Freundeskreis beschlossen und die Entscheidung einer Zinssenkung auf künftig 1% den Mamans Catholiques mitgeteilt. Zum Nachweis der 2023 erfolgten fortlaufenden Kredittilgung wird uns ein Interim Report zum 15.12.2023 vorgelegt werden. Bis spätestens Januar 2024 ist das neue Regelwerk für das Mikrokreditprojekt mitzuteilen. Erst wenn diese Vorgaben und die vollständige Rückzahlung der ausstehenden Kredite bis Februar 2024 erfüllt sind, wird ein Neustart des Mikrokreditprojekts möglich sein. Wir haben für den Neustart auch angemerkt, dass ein Training/Fortbildung von 2 Personen erfolgen sollte und ggf. von St. Petrus aus unterstützt würde.
  • Die Projektmanagerin in Mushubi, Marie Goretti, möchte aus gesundheitlichen Gründen ihr Aufgabe abgeben. Ein/e Nachfolger/in wird gesucht. Pfr. Pancrasio hat hier bereits eine geeignete Personen im Blick. Wir haben die Finanzierung eines kleinen Gehalts sowie einer Fortbildung dieser Person für das Projektmanagement in Aussicht gestellt.

Bishyiga:

  • Die Installation von jeweils 2 Regenwasserzisternen á 5.000 Liter neben der Hauptkirche und im Pfarrzentrum ist erfolgreich abgeschlossen. Leider konnten aufgrund der Preiserhöhungen von den 6 vorgesehenen Zisternen erst einmal nur 4 realisiert werden. Wir haben angemahnt, dass die Wartung und ständige Kontrolle der Wassertanks durch die dafür bereits benannte Person für eine langlebige Nutzung von großer Bedeutung ist. Daraufhin wurde ein von uns festgestellter tropfender Wasserhahn noch während unserer Anwesenheit repariert. Das aufgefangene Wasser ist insbesondere in der Trockenzeit (aber nicht nur) zum Tränken der zum Pfarrzentrum gehörenden Tiere, zur Gartenbewässerung, für das Waschen von Kleidung und zu Reinigungsarbeiten in der Kirche und im Pfarrzentrum von großem Nutzen. Da wir den Beginn der Regenzeit erlebt haben, sahen wir, wie schnell sich die Tanks gefüllt haben. Mit dem ersten Regen werden die Tanks einmal durchgespült, um von den Dächern abfließenden Schmutz auszuspülen, so dass er sich dort nicht ablagern kann. Durch das Auffangen des Wassers bei den starken Regenfällen konnte auch das sich sonst auf dem Innenhof des Pfarrzentrums sammelnde Wasser erheblich reduziert werden.

    Das Projektvolumen betrug 5,3 Mio. RWF, von dem 74% durch St. Petrus gefördert
    wurde.

  • Beim Mikrokreditprojekt der Mamans Catholiques de Bishyiga gibt es in Bishyiga 131 Kreditnehmerinnen. Auch hier gab es in der Vergangenheit durch C 19 Einschränkungen, heftige Regenfälle mit Flutschäden und gestiegene Lebensmittelpreise infolge der Inflation Probleme führten zu weiteren Problemen bei der Kredittilgung. Deswegen wurde die Rückzahlung seit der Pandemie ausgesetzt und keine Zinsen erhoben. Die Rückstände haben dadurch im Einzelnen nicht die Dimension wie in Mushubi erreicht.
    Auch hier haben wir die Problematik mit dem Comité der Maman Catoliques de Bishyiga ausführlich diskutiert. Im Ergebnis gibt es folgenden Plan für die Weiterführung des Projektes. Die Tilgung der Kredite sowie die Zinszahlungen durch die Mamans Catoliques werden wieder aufgenommen. Die vollständige Rückzahlung der Ausstände erfolgt von Oktober 2023 – Juli 2024. Ähnlich wie in Mushubi sollen schriftliche Verpflichtungserklärungen zur Rückzahlung der Ausstände getroffen werden und bei monatlichen Treffen der Kreditnehmerinnen soll eine Kontrolle des Rückzahlungsstandes erfolgen. Bei der Neuvergabe ab Juli 2024 sollen Regeln zur Absicherung des Projekts und insbesondere die Einführung einer maximalen Höhe der Einzelkredite angewandt werden. Die angedachte Reduzierung des Zinssatzes von monatlich 2% auf 1% haben wir im Freundeskreis auch für Bishyiga beschlossen und dies Entscheidung den Mamans Catholiques de Bishyiga auch mitgeteilt.
    Marcelline Dufitamahoro, die bisher uns gegenüber vor allem die Berichtspflicht zur
    Vergabe und Rückzahlung der Mikrokredite innehatte, wird nach Bestimmung einer
    Nachfolgerin feststeht, aus persönlichen Gründen aus dem Comité der Mamans Catoliques de Bishyiga ausscheiden.


August 2023

In unserer Partnergemeinde SAINT CLARA BISHYIGA PARISH wurden im Juli 2 Priester und ein Diakon geweiht. Auch freut sich die Gemeinde, dass im September nach längerer Zeit wieder ein Besuch einer kleineren Delegation aus unserer Gemeinde in Bishyiga geplant ist.

Hier der Brief aus Bishyiga im Einzelnen.

Termine für Treffen des Freundskreises 2023


Do., 07.03.2024, 16.00 Uhr

Di., 28.05.2024, 16:30 Uhr

Di., 19.09.2024, 16:00 Uhr

in der Bücherei
St. Marien, Adolfstr. 28e


ANSPRECHPARTNER

Klaus von Stosch

Tel::
0228 / 22 08 02

Mail:
stosch@uni-bonn.de

Spendenkonto

Sparkasse KölnBonn 
Stichwort: Mushubi/Bishyga - Sankt Petrus
IBAN DE94370501980053000105
BIC COLSDE33